coaching.toys — Dokumentation

Eine Sammlung kleiner, schneller Werkzeuge für alle, die mit Gruppen arbeiten: Coaches, Mentorinnen, Scrum Master, Moderatoren, Trainerinnen. Jedes Werkzeug kann genau eine Sache, ist sofort da und bis in die letzte Reihe lesbar.


Die Idee

Wer vor einer Gruppe steht, will nichts installieren, sich nirgends anmelden und keine Oberfläche lernen. Sondern: in fünf Sekunden einen großen Countdown an der Wand haben. Oder einen zufälligen Namen. Oder zwölf Leute in Dreiergruppen aufteilen, ohne vor versammelter Mannschaft im Kopf zu rechnen.

Also: ein Katalog von Werkzeugen, die jeweils eine Sache tun, jedes auf einer eigenen Seite, jedes Sekunden nach dem Öffnen einsatzbereit. Nichts, was erst eingerichtet werden muss. Nichts, was den Workshop lahmlegt, wenn mitten in der Sitzung das WLAN ausfällt.

Die Werkzeuge helfen im Raum – und davor: einige sind genauso sehr Hilfe bei der Vorbereitung wie Instrument im Einsatz.

Prinzipien

Das sind Rahmenbedingungen, unter denen die Seite gebaut ist, keine Absichten.

Kein Konto, niemals. Nichts, wofür man sich registriert. Kein Login zwischen dir und einem Timer.

Keine Cookies, kein Tracking, keine Dritten. Zur Laufzeit verlässt keine einzige Anfrage deinen Browser – nicht für Statistiken, nicht einmal für Schriften. Es gibt nichts zuzustimmen, deshalb wirst du auch nie gefragt. Die Datenschutzseite sagt das in klaren Worten, und es stimmt wörtlich.

Deine Daten bleiben auf deinem Gerät. Namen, Abläufe und Einstellungen liegen im lokalen Speicher des Browsers. Sie werden nirgendwo hochgeladen, weil es nichts gibt, wohin: Die Seite besteht aus statischen Dateien ohne Server dahinter. Ist der Speicher nicht verfügbar – etwa im privaten Fenster –, funktionieren die Werkzeuge trotzdem, sie vergessen nur zwischen den Besuchen.

Teilbare Konfigurationen. Wo es sinnvoll ist, steht die Einstellung eines Werkzeugs in der Adresse: Ein Link trägt die Konfiguration mit sich und übersteht ein Neuladen.

Läuft im normalen Browser. HTML, CSS und JavaScript. Kein Framework wird ausgeliefert. Jedes Werkzeug lädt nur seinen eigenen Code – wer eines öffnet, lädt nie die anderen vierundzwanzig mit.

Barrierefreiheit als Bauvorgabe. Ziel ist WCAG 2.2 AA, und das wird automatisch geprüft, nicht erhofft: Bei jedem Build wird jede Farbe auf ihren Kontrast geprüft. Jedes Werkzeug ist per Tastatur bedienbar, hat einen sichtbaren Fokus und respektiert die Systemeinstellung „Bewegung reduzieren". Farbe trägt nie allein die Bedeutung – Bestätigen und Abbrechen haben immer auch eine Beschriftung.

Zwei Sprachen, vollständig. Deutsch und Englisch durchgängig, nicht nur in den Menüs. Der Sprachwechsel bleibt auf der Seite, auf der du warst.

Quellen werden genannt. Jedes Werkzeug, das auf einer benannten Methode anderer beruht – Liberating Structures und dergleichen –, sagt das im Werkzeug selbst, verlinkt das Original und nennt dessen Lizenz.

Vollbild überall. Jedes Werkzeug kann den Bildschirm füllen, damit Browser- und Betriebssystemleisten verschwinden, wenn ein Beamer im Spiel ist.

Was alle Werkzeuge gemeinsam haben

Vollbild. Die Schaltfläche oben rechts in jedem Werkzeug. Escape führt wieder heraus. Auf dem iPhone, wo der Browser kein echtes Vollbild anbietet, legt sich das Werkzeug stattdessen über die ganze Seite – dieselbe Schaltfläche bringt dich zurück.

Namen kommen in ein Textfeld, eine Person pro Zeile. Jedes Werkzeug, das Personen braucht, funktioniert gleich. Listen lassen sich von überall hineinkopieren, leere Zeilen werden ignoriert.

Es merkt sich Dinge. Beim nächsten Öffnen sind die letzten Namen, Zeiten und Einstellungen wieder da. Bei jedem Werkzeug steht unten, was es sich merkt.

Tastatur. Die Leertaste startet und pausiert alles, was eine Uhr hat. Die Pfeiltasten wechseln zwischen Phasen, wo ein Werkzeug welche hat. Kürzel lösen nie aus, während du in ein Textfeld schreibst.

Ansagen. Zustandswechsel werden für Screenreader angesagt, sobald sie passieren.


Timeboxing

Timer

Ein großer Countdown für Timeboxen – gut lesbar bis in die letzte Reihe.

So geht's. Eine Voreinstellung wählen oder die Minuten eintippen, dann Start. Die Leertaste startet und pausiert ebenfalls. Während die Uhr läuft, sind die Voreinstellungen und das Minutenfeld gesperrt – ein versehentlicher Tipper kann einen laufenden Timer so nicht heimlich zurücksetzen. Ist die Zeit um, werden die Ziffern rot und hüpfen. Im Vollbild wachsen die Zahlen so weit, dass sie den Bildschirm füllen.

Der Countdown hängt an einer echten Uhrzeit statt Bild für Bild mitzuzählen – er bleibt also korrekt, wenn du den Tab wechselst oder der Rechner schläft.

Die Adresse ändert sich mit der Dauer: Ein Link wie .../timer/#25 öffnet direkt einen 25-Minuten-Timer. Merkt sich: die letzte Dauer.

Typische Situationen.

  • Stilles Schreiben. Fünf Minuten an der Wand, damit niemand fragen muss, wie lange noch.
  • Eine Diskussion mit Timebox, bei der zehn Minuten vereinbart waren und der Raum sehen soll, dass es zehn Minuten waren.
  • Ein vorbereiteter Link. #5 als Lesezeichen, und die Standard-Timebox ist einen Klick entfernt.

Runden-Timer

Mehrere Runden mit Pause dazwischen – läuft von selbst durch, ohne dass jemand klickt.

So geht's. Anzahl der Runden, Minuten pro Runde und die Pause dazwischen in Sekunden einstellen. Einmal starten und liegen lassen: Runde und Wechselzeit lösen sich von allein ab, dazwischen erscheint „Wechseln!". Überspringen springt zur nächsten Phase, → tut dasselbe. Merkt sich: Runden, Rundenlänge, Pausenlänge.

Typische Situationen.

  • Speed-Feedback. Sechs Runden à drei Minuten, dreißig Sekunden zum Wechseln.
  • Stationenarbeit. Vier Stationen, je acht Minuten – das Hüten übernimmt das Werkzeug.
  • Fokus-Sprints in einer Arbeitssitzung, Pausen inklusive.

Pause bis …

Die Uhrzeit, zu der es weitergeht – groß an der Wand, mit Countdown.

So geht's. Die Uhrzeit eintragen, zu der es weitergeht, oder mit den „+"-Schaltflächen Minuten auf jetzt aufschlagen. Die Uhrzeit steht groß da, darunter läuft der Countdown. Das Entscheidende: Es übersteht ein Neuladen. Du kannst den Laptop zuklappen, Pause machen und findest dieselbe Pause noch laufend vor. Merkt sich: wann die Pause endet.

Typische Situationen.

  • Kaffeepause im Tagesworkshop – die Wand beantwortet „wann geht's weiter?", damit du es nicht musst.
  • Mittagspause, bei der die genaue Uhrzeit wichtiger ist als die Dauer.
  • Hybride Sitzungen, in denen auch die Zugeschalteten die Uhrzeit auf dem geteilten Bildschirm sehen.

Ablaufplan

Der ganze Ablauf als Timeboxen – läuft von selbst weiter und zeigt, wann Schluss ist.

So geht's. Den Ablauf eintragen, ein Punkt pro Zeile, Minuten am Ende:

Ankommen 5
Stilles Schreiben 10
Austausch 20
Nächste Schritte 10

Starten – und das Werkzeug geht den Ablauf durch, zeigt den aktuellen Punkt, was als Nächstes kommt und wann es voraussichtlich fertig ist. Zieht sich ein Punkt, verschiebt sich die Endzeit mit. Genau dieses ehrliche Signal brauchst du, bevor du entscheidest, was du streichst. Leertaste pausiert, → überspringt, ← geht zurück. Merkt sich: den Ablauf.

Typische Situationen.

  • Eine Retrospektive nach Plan moderieren, ohne selbst auf die Uhr zu schauen.
  • Ein vorbereiteter Workshop – Ablauf hineinkopieren, starten und moderieren statt Zeit nehmen.
  • Einem Kunden zeigen, wohin die Zeit tatsächlich geht, bevor man zustimmt.

Reihum

Jede Person bekommt die gleiche Zeit – der Reihe nach, automatisch weiter.

So geht's. Namen ins Feld, Sekunden pro Person, auf Wunsch die Reihenfolge mischen. Starten – dann geht es von allein von Person zu Person, zeigt, wer dran ist und wer als Nächstes kommt, und markiert, wer überzieht. Leertaste pausiert, → und ← steuern von Hand. Merkt sich: Namen, Sekunden, Mischen ja/nein.

Typische Situationen.

  • Ein Daily, das sich auf zwanzig Minuten ausgedehnt hat.
  • Eine Abschlussrunde, in der jede Person fair ihre sechzig Sekunden bekommt.
  • Eine große Runde, in der sonst immer dieselben drei am längsten reden.

Redezeit

Wer hatte das Wort – und wer noch gar nicht? Antippen, mitlaufen lassen, sichtbar machen.

So geht's. Namen ins Feld, dann antippen, wer zu sprechen beginnt: Deren Uhr läuft, alle anderen stoppen. Die Zifferntasten gehen auch. Die Zeiten summieren sich über die Sitzung, mit dem Anteil in Prozent, und wer noch gar nichts gesagt hat, wird ausdrücklich benannt. Merkt sich: Namen und Gesamtzeiten.

Typische Situationen.

  • Eine Retrospektive, in der zwei Stimmen dominieren – die Verteilung am Ende zu zeigen, sagt mehr als jede Ermahnung mittendrin.
  • Teamcoaching zum Thema Beteiligung, mit erhobenen statt behaupteten Daten.
  • Die eigene Moderation, hinterher geprüft: Wie viel davon hast eigentlich du geredet?

Entscheiden

Wer ist dran?

Zieht zufällig eine Person aus der Liste – und streicht sie auf Wunsch für die nächste Runde.

So geht's. Namen ins Feld, dann Ziehen. Die Leertaste zieht auch. Wer gerade gezogen wurde, lässt sich für die nächsten Ziehungen streichen; am Ende der Runde holst du alle zurück. Das Werkzeug sagt, wenn nur noch eine Person übrig ist und wenn alle einmal dran waren. Merkt sich: Namen und wer gestrichen ist.

Typische Situationen.

  • Wer berichtet zurück aus der Gruppenarbeit – ohne dass sich immer dieselben melden.
  • Reihenfolge der Präsentationen, im Raum gezogen, damit sie niemand arrangiert hat.
  • Eine Runde, in der alle einmal sprechen – jede Person streichen, sobald sie dran war, und das Werkzeug führt Buch.

Münzwurf

Zwei Möglichkeiten, keine Argumente mehr. Beschrifte die Seiten und wirf.

So geht's. Die beiden Seiten beschriften – voreingestellt sind Kopf und Zahl – und werfen. Die Leertaste wirft auch. Ein Verlauf zählt die Ergebnisse mit und lässt sich löschen. Jede Seite hat exakt 50 %. Merkt sich: deine Beschriftungen und den Verlauf.

Typische Situationen.

  • Zwei gleich gute Optionen und eine Diskussion, die keine neuen Argumente mehr hervorbringt.
  • Wer fängt an zwischen zwei Teams.
  • Eine Vorliebe absichtlich hervorlocken: werfen – und darauf achten, ob man vom Ergebnis enttäuscht ist. Diese Reaktion ist die eigentliche Antwort.

Würfel

Würfeln für Reihenfolgen, Gruppen und Entscheidungen, die niemand treffen will.

So geht's. Anzahl und Seiten wählen, dann würfeln. Die Leertaste würfelt. Einzelergebnisse und Summe werden angezeigt; die Summe erscheint, sobald gewürfelt wurde. Die Einstellung steht in der Adresse, ein Link öffnet also dieselbe Konfiguration. Merkt sich: Anzahl und Seiten.

Typische Situationen.

  • Reihenfolge auslosen in einer spielerischen Übung.
  • Eine Tischnummer oder Station zufällig bestimmen.
  • Jedes Workshop-Spiel, das Würfel braucht und niemand hat welche dabei.

Schätzrunde

Schätzungen festhalten und die Ausreißer sichtbar machen – die reden zuerst.

So geht's. Wer schätzt, eine Person pro Zeile. Optional eintragen, was geschätzt wird. Eine Skala wählen: Fibonacci, T-Shirt-Größen oder Verdopplung. Dann die Karte anklicken, die jemand zeigt – nochmal klicken macht es rückgängig. Die Zusammenfassung meldet Einigkeit oder benennt die niedrigste und die höchste Schätzung und sagt, dass diese beiden zuerst reden. „Nächste Schätzung" leert die Werte und behält die Runde. Merkt sich: Namen, Skala, Gegenstand, Schätzungen.

Typische Situationen.

  • Refinement, als Protokoll dessen, was gezeigt wurde – damit das Gespräch zur Spannbreite geht statt zum Mittelwert.
  • Ein verteiltes Team, in dem eine Person das Board auf dem geteilten Bildschirm führt.
  • Schätzen lernen – das Werkzeug macht deutlich, dass die Information bei den Ausreißern liegt.

Fist of Five

Zustimmung von 1 bis 5 einsammeln – und sichtbar machen, wer noch gehört werden muss.

So geht's. Optional den Vorschlag eintragen und wie viele abstimmen. Die Runde fragen, dann die Hände mit den Schaltflächen 1 bis 5 mitzählen oder die Zifferntasten drücken. Rücktaste oder Zurück nimmt die letzte Stimme zurück. Das Diagramm füllt sich mit den Stimmen, und das Urteil folgt: Zustimmung, wenn niemand unter 3 liegt, volle Zustimmung, wenn alle hoch sind, und sonst wird benannt, wie viele blockieren. Merkt sich: Vorschlag, erwartete Stimmenzahl, Stimmen.

Typische Situationen.

  • Einen Vorschlag prüfen, bevor man sich festlegt – billiger, als den Einwand hinterher zu entdecken.
  • Eine Arbeitsvereinbarung, bei der man wissen muss, ob sie wirklich getragen wird.
  • Jede Entscheidung, bei der auf „Einwände?" Schweigen folgte und man dem Schweigen nicht traut.

Entscheidungs-Turnier

Zu viele Optionen? Immer nur zwei gegeneinander – bis eine übrig bleibt.

So geht's. Optionen eine pro Zeile, dann starten. Es werden immer zwei gezeigt, du wählst eine; die Tasten 1 und 2 gehen auch. Bei ungerader Anzahl kommt jemand kampflos weiter, und das Werkzeug sagt es. Zurück nimmt einen Vergleich zurück. Ein unterbrochenes Turnier läuft nach dem Neuladen dort weiter, wo du aufgehört hast. Merkt sich: Optionen und Spielstand.

Typische Situationen.

  • Acht Ideen im Backlog, wenn der Raum acht Dinge nicht gleichzeitig überblickt, aber „dies oder das?" immer beantworten kann.
  • Einen Teamnamen finden, ohne dass es laut wird.
  • Eine lange Liste eindampfen auf das eine, was ihr als Nächstes wirklich tut.

Prioritäten sortieren

Immer nur zwei vergleichen – heraus kommt die ganze Liste, sauber sortiert.

So geht's. Optionen eine pro Zeile, dann sortieren starten. Für jedes Paar beantworten, was wichtiger ist – oder „gleich wichtig"; die Tasten 1 und 2 gehen auch. Das Ergebnis ist die vollständige Liste in Reihenfolge, kopierbar in die Zwischenablage. Zurück nimmt einen Schritt zurück. Merkt sich: Optionen und Sortierstand.

Typische Situationen.

  • Ein Backlog ordnen nach etwas anderem als danach, wer am lautesten argumentiert hat.
  • Eigene Priorisierung, wenn alles dringend wirkt.
  • Die unausgesprochene Rangfolge eines Teams explizit machen, damit man darüber reden kann.

Der Unterschied zum Turnier: Das Turnier liefert einen Sieger, dies die ganze sortierte Liste.

Entscheidungsmatrix

Optionen gegen gewichtete Kriterien – nüchtern, nachvollziehbar, manchmal genau richtig.

So geht's. Links die Optionen, eine pro Zeile. Rechts die Kriterien mit ihrem Gewicht am Ende:

Kosten 3
Tempo 2
Risiko 3
Spaß 1

Dann jede Option bei jedem Kriterium von 1 bis 5 bewerten – 5 heißt gut für diese Option, 1 heißt schlecht. Die gewichteten Summen entstehen im Mitschreiben. Die Zusammenfassung nennt, wer vorn liegt, oder meldet ehrlich einen Gleichstand, statt einen Sieger zu erfinden. Sie sagt auch, wie viele Felder noch leer sind. Merkt sich: Optionen, Kriterien, Bewertungen.

Typische Situationen.

  • Selbst bauen oder kaufen, wenn die Entscheidung später begründet werden muss.
  • Anbieter oder Werkzeug auswählen, mit vorher vereinbarten Kriterien – genau dort liegt das eigentliche Gespräch.
  • Jede Entscheidung, die eine Spur braucht statt Tempo.

Impact-Aufwand-Matrix

Vier Felder statt einer Reihenfolge. Zeigt, was sich sofort lohnt – und was nur teuer ist.

So geht's. Optionen eine pro Zeile, sie erscheinen als Stapel. Jede Option einsortieren: anklicken, dann das Feld anklicken – oder 1 bis 4 drücken; 0 legt sie zurück in den Stapel. Escape bricht ab. Die Felder heißen Schnelle Gewinne, Große Wetten, Nebenbei und Zeitgräber. Die Zusammenfassung zählt, was wo gelandet ist – und sagt dir, wenn kein einziger schneller Gewinn dabei ist. Auch das ist ein Befund. Merkt sich: Optionen und Platzierungen.

Typische Situationen.

  • Nach einem Brainstorming, um das Machbare vom Ambitionierten zu trennen.
  • Quartalsplanung, damit große Wetten bewusst gewählt und nicht hineingerutscht werden.
  • Verbesserungen aus einer Retro, wo die schnellen Gewinne das sind, was das Vertrauen in die Retro erhält.

Retrospektive

Punkte kleben

Punkte verteilen und live mitzählen – mit Budget, Rangliste und Zurück-Taste.

So geht's. Optionen eine pro Zeile, wie viele Personen, wie viele Punkte pro Person. Dann eine Option anklicken, um ihr einen Punkt zu geben, während die Runde zuruft; die Zifferntasten gehen auch. Das Budget wird mitgeführt und eingehalten, und es steht da, wie viele Punkte noch übrig sind. „Rangliste zeigen" ordnet das Ergebnis, Gleichstände inklusive. Zurück nimmt den letzten Punkt zurück, Löschen leert die Punkte und behält die Optionen. Merkt sich: Personen, Punkte pro Person, Optionen, Zählstand.

Typische Situationen.

  • Retro-Themen auswählen aus einem Board mit einem Dutzend Zetteln.
  • Ideen priorisieren am Ende eines Workshops, mit sichtbarem Budget, damit niemand still mehr ausgibt.
  • Eine Remote-Sitzung, in der Klebepunkte keine Option sind.

Rose, Dorn, Knospe

Drei Fragen, drei Timeboxen: Was war schön, was hat wehgetan, was könnte wachsen?

So geht's. Minuten pro Frage einstellen und starten. Die drei Phasen – Rose, Dorn, Knospe – kommen nacheinander, jede mit eigener Frage und eigener Uhr. Die Leertaste startet die Zeit, → und ← wechseln die Phase. Merkt sich: Minuten pro Frage.

Typische Situationen.

  • Eine kurze Retrospektive, die eine Form braucht, aber keine ganze Methode.
  • Ein Projektrückblick, in dem „was wehgetan hat" eigene, geschützte Zeit braucht.
  • Ein Einzelgespräch, in dem ihr die drei Fragen gemeinsam durchgeht.

Was? Na und? Und jetzt?

Drei Fragen, drei Timeboxen: erst beobachten, dann deuten, dann handeln.

So geht's. Minuten pro Frage, dann starten. Drei Phasen: Was ist passiert, was bedeutet das, was tun wir jetzt – jede mit Frage und Uhr. Leertaste, → und ← wie überall. Merkt sich: Minuten pro Frage.

Typische Situationen.

  • Eine Übung oder Simulation auswerten, wobei Beobachtung und Deutung getrennt bleiben.
  • Nach einem Vorfall, damit die Runde nicht zu Lösungen springt, bevor Einigkeit über die Fakten besteht.
  • Ein Experiment prüfen am Ende eines Sprints.

Die Trennung ist der ganze Punkt: Die meisten Gruppen werfen alle drei in ein Gespräch und streiten dann über Schlussfolgerungen, während sie sich noch uneinig sind, was überhaupt passiert ist.

Reflexion

Die Werkzeuge in diesem Abschnitt beruhen auf Liberating Structures. Jedes nennt die Methode und verlinkt das Original im Werkzeug selbst, unter CC BY-SA 4.0.

Neun Warum

Fragt bis zu neunmal „warum" und findet den eigentlichen Zweck hinter der Arbeit.

So geht's. Minuten pro Runde einstellen und loslegen. Eine Person fragt „Warum ist dir das wichtig?", die andere antwortet; dann wird getauscht. Mit ↑ geht es tiefer, mit → wechselt die Runde, die Leertaste startet die Zeit. Das Werkzeug zählt mit, wie viele Warum tief ihr seid, und sagt, wenn ihr am Grund angekommen seid. Merkt sich: Minuten.

Typische Situationen.

  • Ein Team, das aus dem Blick verloren hat, wozu eine Arbeit überhaupt da ist.
  • Bevor ein Ziel oder eine Vision geschrieben wird, um über die erste plausible Antwort hinauszukommen.
  • Einzelcoaching, wo es beim vierten „Warum" meist interessant wird.

1-2-4-Alle

Erst allein, dann zu zweit, dann zu viert, dann alle – Phase für Phase aufgedeckt.

So geht's. Namen eine pro Zeile, optional die Frage. Starten – und das Werkzeug führt durch die Phasen, zeigt für jede die Gruppen und lässt eine Uhr pro Phase laufen. „Neu mischen" teilt anders auf. Ungerade Zahlen sind bedacht: Jemand kommt in einen Dreier, statt allein dazustehen. Merkt sich: Frage, Namen, Gruppen.

Typische Situationen.

  • Eine Frage, über die alle nachdenken sollen, bevor die lauteste Person sie für den Raum rahmt.
  • Eine große Gruppe, in der eine Plenumsdiskussion die meisten schweigen ließe.
  • Beiträge sammeln, die man wirklich verwenden will, statt einer Diskussion, die kreist.

15%-Lösungen

Was kannst du sofort tun – ohne neue Mittel oder Erlaubnis? Erst allein, dann teilen.

So geht's. Minuten pro Schritt, dann loslegen. Zwei Phasen: die eigenen 15 % allein finden, dann in der Gruppe teilen und schärfen. → und ← wechseln, die Leertaste startet die Zeit. Merkt sich: nichts über den laufenden Durchgang hinaus.

Typische Situationen.

  • Eine Retro, die immer wieder Maßnahmen hervorbringt, die niemand umsetzen kann, weil alle die Zustimmung anderer brauchen.
  • Nach einer frustrierenden Diskussion über Dinge außerhalb des Einflussbereichs – dies dreht bewusst zu dem, was innerhalb liegt.
  • Zum Abschluss eines Workshops, mit Zusagen, die Leute auch halten können.

Warm-up

Gruppen bilden

Teilt die Gruppe in gleich große Kleingruppen – und mischt beim nächsten Mal neu durch.

So geht's. Namen eine pro Zeile. Wählen, ob du die Anzahl der Gruppen oder die Größe der Gruppen vorgibst, dann aufteilen. Die Leertaste geht auch. Der Rest wird sinnvoll verteilt statt einer Gruppe aufgebürdet. Beim Neumischen für eine spätere Runde vermeidet das Werkzeug aktiv, Leute zusammenzustecken, die schon zusammen waren – und sagt, ob es gelungen ist. Merkt sich: Namen, Modus, Anzahl, Runde und wer schon zusammen war.

Typische Situationen.

  • Kleingruppen, wenn wirklich gemischte Tische entstehen sollen und nicht jedes Mal dieselbe Traube.
  • Ein Workshop mit mehreren Gruppenphasen, bei dem das Werkzeug die Historie führt statt du.
  • World Café, beim Wechsel zwischen den Runden.

Paare bilden

Teilt die Gruppe zufällig in Paare – und merkt sich, wer schon zusammen war.

So geht's. Namen eine pro Zeile, dann Paare bilden. Bei ungerader Anzahl entscheidest du vorher, ob ein Dreier gebildet wird oder eine Person aussetzt. Neue Runden vermeiden Wiederholungen. Merkt sich: Namen, Modus, Runde, Paarungshistorie.

Typische Situationen.

  • Partnerübungen über mehrere Runden, ohne dass sich dieselben zwei jedes Mal finden.
  • Kollegiales Feedback, wo neue Paarungen den Unterschied machen.
  • Interview-Übungen mit Partnerwechsel pro Runde.

Jeder mit jedem

Ein Rundenplan fürs Speed-Networking: jede Person trifft jede andere genau einmal.

So geht's. Namen eine pro Zeile und Minuten pro Runde, dann den Rundenplan erstellen. Das Werkzeug sagt vorab, wie viele Runden es braucht. Jede Runde zeigt die Paarungen, mit einer Uhr pro Runde; → geht weiter, die Leertaste startet die Zeit. Bei ungerader Anzahl setzt pro Runde eine Person aus, und das rotiert, damit es nicht immer dieselbe ist. Merkt sich: nichts über den aktuellen Plan hinaus.

Typische Situationen.

  • Speed-Networking bei einem Meetup oder Teamevent.
  • Ein neues Team, das sich richtig kennenlernen soll statt in einer Namensrunde.
  • Gegenseitige Interviews, bei denen genau der Punkt ist, dass jede mit jedem spricht.

Der Unterschied zu „Paare bilden": Dort gibt es pro Runde eine zufällige Paarung, hier wird das ganze Turnier geplant, sodass die Abdeckung garantiert ist.

Check-in

Wetterbericht

Wie geht es der Runde? Von Sturm bis Sonne – festhalten, wer wie ankommt.

So geht's. Namen eine pro Zeile und optional die Frage, voreingestellt „Wie kommst du heute an?". Dann das Wetter anklicken, das jemand ansagt – Sturm, Regen, Bewölkt, Sonnig, Strahlend. Nochmal klicken macht es rückgängig. Das Werkzeug führt mit, wer noch fehlt, und meldet danach die Stimmung – inklusive der Zahl derer, die im Sturm angekommen sind. Genau diese Zahl lohnt die Aufmerksamkeit. Merkt sich: Frage, Namen, Wetter.

Typische Situationen.

  • Workshop-Auftakt, damit der Zustand des Raums sichtbar ist, bevor es losgeht.
  • Der regelmäßige Check-in eines Teams, bei dem das Muster über die Wochen das Interessante ist.
  • Vor einem schwierigen Gespräch, um zu wissen, worin man hineingeht.